Ökohaus im Biosphärenreservat Schaalsee

Kleines Haus im Großen Grün

 

Ein Haus für 1-3 Personen im Biosphärenreservat Schaalsee, nicht weit von Zarrentin entfernt. Ein gebautes Experiment, in räumlicher, ästhetischer und funktionaler Hinsicht. Umgeben von einer dichten Hecke, rückt der Baukörper so nah wie möglich an die Straße, um auf dem Grundstück einen geschützen und sonnigen Bereich für zukünftige selbstversorgende Gartenprojekte frei zu halten.

 

Südseite

 

Ostseite

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Solarthermie für Brauchwassererwärmung

 

Der fünf Meter schmale Baukörper ist vertikal und horizontal in Zonen der Aktivität und Ruhe gegliedert, ein großer offener Raum zieht sich von der zentralen Küche mit Zugang zur Terrasse bis in das Obergeschoss in den westlich gelegenen Wohnbereich. Niedrige Räume mit einer Höhe von nur 2.30m in Bad und Arbeitszimmer stehen im Kontrast zu sehr hohen Räumen in Wohnzimmer und Küche. Über der Küche ist noch Platz für einen Schlafboden und Abstellbereich. Das Dachfenster im Schlafbereich ermöglicht das Schlafen unter Sternenhimmel (wenn das Wetter mitspielt ;-).

 

Skizze Entwurf Boissow

 

Es wurden durchweg ökologisch und baubiologisch einwandfreie Materialen verbaut, die während des Lebenszyklus des Hauses einen minimalen Einfluss auf die Umwelt haben und ein gesundes Raumklima erzeugen. Zwischen einem Ständerwerk aus 6/36cm Holzbohlen sind 36cm dicke Strohballen als Dämmung in Außenwänden und Dach eingebaut (U-Wert < 0.15). Die Ballen wurden innen und außen mit Lehm oder Kalk verputzt, und an den Traufseiten zusätzlich mit Holz verkleidet. Das Dach wurde mit rund 150 Jahre alten, handgestrichenen Biberschwänzen von einem Abrisshaus im Nachbardorf gedeckt. Der Energiestandart ist etwa auf dem Niveau von KfW55, das Haus wurde für den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung vorbereitet und wäre damit nah dran am Passivhaus.

 

September 2014: Die Außenwände werden innen und außen mit Lehm verputzt

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Juli 2014: Die vorgefertigeten Dachelemente werden mit einem Kran montiert

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Material innen: Holz, Lehm, Kalk und Stahl (Treppengeländer von Frank Swoboda, Seedorf)